Am 1. Juli 1891 wurde in München der Akademische Landwirtschaftliche Verein Agraria gegründet. Dieser war eine nicht farbentragende Studentenverbindung ohne Mensurzwang. Die Farben waren schwarz-gold-hellblau, der Wahlspruch "Einigkeit macht stark".
1913 wurde ein Bundesheim am Münchener Platzl bezogen. Der A.L.V. Agraria war Mitglied des Naumburger Verbandes, dem landwirtschaftliche Verbindungen in ganz Deutschland angehörten. 1928 stellte sich dieser in den Naumburger Senioren-Convent um, so daß sich der ALV Agraria ebenfalls in ein Corps umwandelte.
Als nach dem 1. Weltkrieg, in dem 15 Bundesbrüder fielen, das Studium der Landwirtschaft auch in Weihenstephan möglich wurde, entstand 1921 die Akademische Verbindung Agraria Weihenstephan. Als Farben hatte man blau-gold-rot, der Wahlspruch war "Treue um Treue".
Die Fusion der beiden Verbindungen fand 1930 statt. In diesem Jahr wurde auch ein Corpshaus in München, Hohenzollernstr. 4, gekauft.
Nach zunehmender Einengung des Korporationslebens im Dritten Reich wurde das Corps Agraria 1936 suspendiert, das Haus wurde verkauft und im Krieg zerstört. Während dieser Zeit bestand das Corps Agraria als lose Vereinigung unter der Führung von Dr. Hans Poelt weiter.
Nach dem 2. Weltkrieg, in dem 55 Bundesbrüder ihr Leben ließen, war die Einstellung der Besatzungsmächte gegenüber Studentenverbindungen zunächst sehr negativ. Das Landwirtschaftsstudium in Weihenstephan wurde im Wintersemester 1945/46 wieder aufgenommen.
30. Stiftungsfest 1921, Ausflug Grünwald
Unter Federführung von AH Dr. Hans Poelt und Josef Ertl, dem späteren Bundeslandwirtschaftsminister, entstand die Agraria als Akademische Verbindung Agraria München-Weihenstephan 1949 wieder. Die Aktivitas umfaßte 40 Bundesbrüder.
Stiftungsfest 1951
Die Mensur wurde damals zwar abgelehnt, aber 1952 trat die Agraria dem Coburger Convent bei, was auch zu einigen Austritten führte.
Als Kneipraum diente damals ein Nebenzimmer des Lindenkellers, bis 1954 ein neues Bundesheim im Colosseum Freising eingeweiht werden konnte. Wegen sinkender Zustimmung zur Bestimmungsmensur und zurückgehender Fuchsenzahlen wurde 1956 der Austritt aus dem Coburger Convent beschlossen. Die Aktivitas erlebte zwei Jahre später einen starken Aufschwung.
Stiftungsfest 1971
Im Sommersemester 1969 mußte das Bundesheim wegen des Abrisses des Colosseums geräumt werden. Ein Jahr später konnte das heutige Agrarenheim in der Oberen Domberggasse 11 bezogen werden. 1991 wurde beschlossen, auch Studentinnen die Aufnahme in die Verbindung zu ermöglichen. Aktuell umfaßt die Aktivitas nach einer gewissen Durststrecke 30 Mitglieder, angesichts der niedrigen Zahl von landwirtschaftlichen Studienanfängern eine beachtliche Zahl, die optimistisch in die Zukunft blicken läßt!
Aktivitas beim 110. Stiftungsfest 2001.
Aktivitas beim 116.Stiftungsfest 2007